Standort und Messpunkte
Server in der EU überwachen: warum der Standort zählt und wo inping steht
Beim Server-Monitoring bestimmt der Standort drei Dinge: welche Antwortzeit Sie messen, welches Recht gilt und ob Daten in ein Drittland gehen. inping läuft auf Servern in der EU, wird von medienakzent in Konstanz betrieben und misst auf Wunsch zusätzlich von Runnern auf Ihrer eigenen Hardware.
Stand: 5. November 2026
Grund 1: Latenz
Wie stark verfälscht die Entfernung die Messung?
Jede Messung enthält den Weg zum Server. Was ein weit entfernter Monitor anzeigt, erlebt Ihr Besucher in Deutschland nicht, und umgekehrt.
- Frankfurt nach Paris (480 km) min. 5 ms
- Frankfurt nach Stockholm (1.190 km) min. 12 ms
- Frankfurt nach New York (6.200 km) min. 62 ms
- Frankfurt nach Singapur (10.260 km) min. 103 ms
Für Grenzwerte auf die Antwortzeit heißt das: Messen Sie aus der Region Ihrer Nutzer, und vergleichen Sie nur Werte desselben Runners. inping zeigt Antwortzeit, Statuscode und Fehlerart pro Runner.
Grund 2 und 3: Recht und Drittland
Ist ein Rechenzentrum in der EU schon die Lösung?
Es hilft, reicht aber allein nicht. Der Serverstandort entscheidet über den Transfer, der Sitz des Anbieters über den Zugriff.
Serverstandort
Gehen personenbezogene Daten in ein Land außerhalb des EWR, brauchen Sie eine Grundlage nach Kapitel V der DSGVO. Bleiben sie in der EU, stellt sich diese Frage für diesen Weg nicht.
Sitz des Anbieters
Der US CLOUD Act (18 U.S.C. § 2713) verpflichtet erfasste Anbieter zur Herausgabe von Daten in ihrem Besitz oder unter ihrer Kontrolle, auch wenn sie außerhalb der USA liegen. Fragen Sie deshalb nach Konzernsitz und Subunternehmern.
Verlässlichkeit der Regel
Der Beschluss zum EU-US Data Privacy Framework gilt, wird aber angegriffen. Den Stand mit Quellen finden Sie unter Schrems II und Data Privacy Framework.
inping
Wo steht inping?
Hier steht, was belegt ist, und ebenso, was wir nicht zusagen.
Plattform
Läuft auf Servern in der Europäischen Union, so steht es in der Datenschutzerklärung.
Betreiber
Julian Laibach, medienakzent, Wessenbergstraße 32, 78462 Konstanz, Deutschland.
Recht
Für Nutzungsbedingungen und Vertrag zur Auftragsverarbeitung gilt deutsches Recht.
Standort-Datenbank
Der ungefähre Ort bei Hinweisen auf neue Geräte kommt aus einer Datenbank auf dem eigenen Server. Keine Adresse geht dafür an Dritte.
Backups und Logs
Protokolle werden nicht woanders hin kopiert. Logs Ihrer Anwendungen sind nicht Teil der Backups.
Prüfstandorte
Die Runner der Plattform prüfen aus deren Infrastruktur. Eine Liste ihrer Standorte veröffentlichen wir derzeit nicht.
Was nicht zwingend in der EU bleibt
- Zahlung
- Paddle aus Großbritannien übernimmt als Reseller Zahlung und Rechnung der kostenpflichtigen Tarife. Der Free-Tarif braucht es nicht.
- Mail-Versand
- Läuft über einen Mail-Anbieter als Auftragsverarbeiter. Seinen Standort nennt die Datenschutzerklärung nicht; fragen Sie bei Bedarf nach.
- Schwachstellen-Abgleich
- Die Plattform fragt OSV.dev und endoflife.date nach Paketnamen und Versionen. Hostnamen oder Personen sind nicht Teil der Anfrage.
- Docker-Images
- Wer Agent oder Runner als Image nutzt, lädt sie von ghcr.io. Der Download geht direkt von Ihrem Host dorthin. Die Installation per Skript bezieht sie von der Plattform.
- Webhooks
- Gehen an die Adresse, die Sie eintragen. Liegt Ihr Ziel außerhalb der EU, verlassen die Ereignisse die EU.
Die Einzelheiten stehen in der Datenschutzerklärung und im Vertrag zur Auftragsverarbeitung.
Eigene Hardware
Wie messe ich von meinen eigenen Standorten?
Mit einem Runner: einem kleinen Programm, das Ihre URLs von dort prüft, wo es läuft, im Büro, im Rechenzentrum oder bei einem zweiten Hoster. Die Ergebnisse landen auf der Plattform, neben denen aller anderen Runner.
- Statisches Programm für Linux (amd64, arm64) mit systemd oder als Docker-Image. Kein offener Port.
- Signierte Releases. Updates prüft der Update-Job vor der Installation und rollt sie bei einem Fehler zurück.
- Eigener Benutzer, Schreibzugriff nur im Statusverzeichnis, auch im Container mit schreibgeschütztem Dateisystem.
- Prüft weiter, wenn die Plattform nicht erreichbar ist, und sendet die Ergebnisse später.
- Zugangsdaten geschützter URLs verarbeitet ein eigener Runner auf Ihrem System.
- Private Netze nur mit
private_networks = truein der lokalen Dateirunner.toml; die Plattform gibt sie nur eigenen Runnern frei. Loopback und Link-Local bleiben immer gesperrt.
Eigene Runner je Tarif: Free: 1, Pro: 2, Scale: 15, Business: 50. Den Befehl mit echtem Token zeigt inping unter Runner → Runner hinzufügen. Das Token gilt 24 Stunden.
curl -fsSL https://www.inping.io/install-runner.sh | INPING_TOKEN=<token> sudo --preserve-env=INPING_TOKEN sh Wichtig: Eigene Runner ersetzen die Runner der Plattform nicht, sie kommen hinzu. Öffentliche URLs eines Projekts prüfen auch die Runner der Plattform und bekommen dafür dessen Zugangsdaten. Die Ergebnisse aller Runner liegen auf der Plattform. Mehr in der Installationsanleitung.
Aus der Praxis
Wann eigene Messpunkte den Unterschied machen
Der Shop sperrt Länder aus
Eine Firewall lässt nur Besucher aus Europa durch. Ein Monitor aus Übersee meldet dann einen Ausfall, den es nicht gibt. Ein eigener Runner zeigt den Weg aus Ihrem Netz. Die Runner der Plattform prüfen öffentliche URLs aber weiter und zählen im Urteil mit: Sind sie blockiert, kann das einen Ausfall auslösen; einzeln ausschließen lassen sie sich derzeit nicht.
Die Anwendung ist nur intern erreichbar
Warenwirtschaft oder Intranet haben keine öffentliche Adresse. Ein eigener Runner mit freigegebenem privaten Netz prüft sie von innen, die Runner der Plattform kommen dort nie hin.
Der Hoster in Deutschland fällt aus
Das Monitoring im Kundenmenü des Hosters kann mit ihm ausfallen. Eine Prüfung von außerhalb seines Netzes bleibt unabhängig. inping funktioniert mit jedem Hoster, der Agent braucht nur ausgehendes HTTPS.
Die Agentur betreut Standorte in mehreren Ländern
Ein Runner je Region zeigt Antwortzeiten pro Runner und damit, ob ein Problem örtlich ist. Mehrere Runner zählen denselben Ausfall nicht doppelt.
Weitere Beispiele finden Sie unter Anwendungsfälle.
Häufige Fragen
Fragen zu Standort und Messpunkten
Wo werden die Daten von inping gespeichert?
Die Plattform läuft auf Servern in der Europäischen Union. Betreiber ist medienakzent in Konstanz. Empfänger sind der Hosting-Anbieter und der Mail-Anbieter als Auftragsverarbeiter, Zahlungen laufen getrennt über Paddle.
Von welchen Standorten prüft inping meine Website?
Von den Runnern der Plattform aus deren Infrastruktur, und zusätzlich von jedem Runner, den Sie selbst betreiben. Eine Liste der Standorte der Plattform-Runner ist derzeit nicht veröffentlicht. Wer einen bestimmten Ort braucht, stellt dort einen eigenen Runner auf.
Kann ich nur von eigenen Runnern messen?
Bei öffentlichen URLs nein: Die Runner der Plattform prüfen sie ebenfalls, eigene Runner kommen hinzu. Ziele in privaten Netzen prüfen dagegen ausschließlich Ihre eigenen Runner, denn die der Plattform erreichen keine privaten Adressen.
Was braucht ein eigener Runner?
Einen Linux-Host mit systemd (amd64 oder arm64) oder Docker und ausgehendes HTTPS. Es muss kein Port geöffnet werden. Der Free-Tarif enthält 1 eigenen Runner.
Reicht ein EU-Standort für die DSGVO?
Nein. Der Standort erspart oft die Frage nach dem Drittlandtransfer, aber Rechtsgrundlage, Auftragsverarbeitungsvertrag, Löschfristen und die Information Betroffener bleiben. Auch der Sitz des Anbieters und seiner Unterauftragnehmer zählt.
Warum zählt der Standort der Messung für die Antwortzeit?
Weil Signale Zeit brauchen. In Glasfaser kostet jede 1.000 km Strecke hin und zurück mindestens rund 10 ms. Eine Messung aus New York auf einen Server in Frankfurt zeigt daher mindestens 62 ms, die ein Besucher in Deutschland nie erlebt.
Vom eigenen Standort aus messen
Konto anlegen, URL eintragen, bei Bedarf einen Runner aufstellen. Der Free-Tarif braucht keine Zahlungsdaten.